Mathilde

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Aus gewissen Gründen ein unvergesslicher Kinobesuch - das entschuldigt jedoch keineswegs das weitaus weniger unvergessliche Filmerlebnis. Die neue Zusammenarbeit des Team's Jeunet/Tautou, das in "Die fabelhafte Welt der Amélie" so fruchtbare Blüten trug, enttäuschte mich auf ganzer Linie. Auf einen weiteren Geniestreich a´la "Amélie" machte ich mich gar nicht unbedingt gefasst, aber zumindest auf einen qualitativ in jeder Hinsicht hochwertigen Film. Was ich jedoch hier vorgesetzt bekam, ist schwer zu analysieren: Mal Kriegsfilm, schlammige, dreckige Schützengräben, verblutende, schreiende Soldaten, Bomben, Schüsse, Maschinengewehrsalven, zerfetzte Leichen, Explosionen, Lärm, mal gefühlvolle Romanze, die versucht, einen mal wieder tüchtig schmachten zu lassen - irgendwie ging das aber alles an mir vorbei: Die Kriegsszenen vermochten nicht, mich zu erschüttern oder wirklich zu packen, die Liebesgeschichte vermochte nicht, mich wahrhaftig zu berühren oder mitzureißen - und umgeben ist das ganze von einer seltsamen, unbehaglichen Atmosphäre, die auch poetische Ansätze und teils wunderbare Optik vergessen lässt. Schade, denn die grandiose, wie eh und je niedlich rehäugige Audrey Tautou holt alles aus sich heraus, was ihr schauspielerisches Können zu bieten hat und mancherlei Einstellung ist hervorragend gelungen. Was blieb, war aber dennoch lediglich ein flaues Gefühl, sehr schade, denn eine Geschichte solch epischen Ausmaßes unter der Regie Jeunet´s hätte mehr Qualitätspotenzial gehabt.

>>By Burnham   (Tuesday, 31 May 2005 04:59)



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